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Zofingen erhält mobilen Hochwasserschutz-Container

Vor ziemlich genau zwei Jahren, am 8. Juli 2017, sorgte ein Unwetter in Zofingen und Umgebung für grosse Überschwemmungen. In der Zwischenzeit hat das Mobiliar Lab für Naturrisiken an der Universität Bern die Hochwasser-Hotspots der Schweiz identifiziert. Nun beschenkt die Mobiliar fünf besonders exponierte Gemeinden mit einem mobilen Deichsystem, das den Hochwasserschutz verbessern wird. Die Übergabe des ersten Containers erfolgte am 2. Juli 2019 in Zofingen.

Nach dem schweren Unwetter vom 8. Juli 2017 gingen bei der Kantonalen Alarmstelle und der Feuerwehr Zofingen innert kürzester Zeit über 500 Alarmmeldungen ein. Das Unwetter hatte alleine bei der Mobiliar 2500 Schadenfälle im Umfang von 19 Millionen Franken zur Folge. Diese Summe macht rasch klar, warum es interessiert, wo in der Schweiz bei einer Überschwemmung welche Werte auf dem Spiel stehen. Die interaktive Karte auf http://www.schadenpotenzial.ch/ kennt die Antworten. Die in dieser Form einzigartige Karte wurde am Mobiliar Lab für Naturrisiken entwickelt und geht weit über die bekannte Abbildung von reinen Gefahrenkarten hinaus. Sie zeigt nicht bloss die abstrakte Gefährdung durch Hochwasser, sondern auch das konkrete Schadenpotenzial. Denn die Gefahr alleine sagt noch nichts über mögliche Schäden aus.

Forschung mit der Praxis verbinden
Die Mobiliar verknüpft Forschung mit der Praxis und lässt den Daten Taten folgen. Fünf Stützpunktfeuerwehren in besonders exponierten Regionen erhalten ein hochwertiges System im Kampf gegen Hochwasser: Einen mobilen Container mit modularen, insgesamt 440 Meter langen Schutzdämmen. Die Aeschlimann Hochwasserschutz AG im luzernischen St. Urban hat das leistungsfähige System gemeinsam mit dem Hersteller Mobildeich optimiert und eine einzigartige Containerlösung für die Schweiz bereitgestellt. «Wir freuen uns, den fünf Gemeinden mit unserer Schenkung ein wirksames Mittel gegen unkontrollierten Wasserfluss in die Hände zu geben und ihnen so mehr Selbstschutz zu ermöglichen», sagt Patric Deflorin, Leiter Versicherungen und Mitglied der Geschäftsleitung der Mobiliar. «Unser Engagement soll rasch wirken und Schäden mindern. Damit ist nicht nur uns als Versicherer gedient, sondern davon profitiert auch die Bevölkerung in der Region.»

Zofingen macht den Auftakt
Neben Zofingen erhalten im Verlauf der nächsten Monate auch die Stützpunktfeuerwehren von Sion, Locarno, Interlaken-Bödeli und Berneck-Au-Heerbrugg einen solchen Container. Der Wirkungskreis von Stützpunktfeuerwehren hat überregionalen Charakter, weshalb auch umliegende Gemeinden vom verbesserten Hochwasserschutz profitieren werden.

Knapp zwei Jahre nach dem verheerenden Hochwasser wurde am 2. Juli 2019 in Zofingen der erste Hochwasserschutz-Container stationiert. Anlässlich der Übergabe des Containers von der Mobiliar an die Vertreterinnen und Vertreter von Stadt und Feuerwehr demonstrierte die Stützpunktfeuerwehr Zofingen den anwesenden Gästen das mobile Deichsystem an der Wigger.

Videos zum Thema

Die Feuerwehr Zofingen macht sich mit dem mobilen Deichsystem aus dem Container vertraut.

Der mobile Deich eignet sich auch für den Objektschutz – zum Beispiel eines Industriebetriebs.
Der mobile Deich kann entlang eines Gewässers (hier an der Wigger in Zofingen) errichtet werden.
(Bilder: zvg)

Unterstützung von Präventionsprojekten
Die Naturgefahrenprävention ist ein wichtiger Pfeiler des Gesellschaftsengagements der genossenschaftlich verankerten Mobiliar. Sie hat seit 2006 rund 35 Millionen Franken zum Schutz vor Naturgefahren gesprochen und bereits über 130 Präventionsprojekte unterstützt. www.mobiliar.ch/die-mobiliar/engagement/praevention


Engagement für die Forschung
Das Mobiliar Lab für Naturrisiken wurde 2013 gegründet und ist eine gemeinsame Forschungsinitiative der Mobiliar und des Oeschger-Zentrums (OCCR) der Universität Bern. Das Mobiliar Lab erforscht und quantifiziert Naturgefahren sowie deren Auswirkungen und befasst sich mit der räumlichen Darstellung dieser Phänomene. Es untersucht in erster Linie die an Hagel, Sturm und Hochwasser beteiligten Prozesse und die Schäden, die daraus entstehen. Das Mobiliar Lab arbeitet an der Nahtstelle von Wissenschaft und Praxis und strebt Resultate an, die einen hohen Nutzen für die Allgemeinheit entfalten.

Die Mobiliar ermöglichte der Universität Bern bereits 2008 die Einrichtung einer Professur für Klimafolgenforschung. Das Mobiliar Lab für Naturrisiken ist eine Ergänzung dieses Lehrstuhls, der durch Olivia Romppainen besetzt ist. Sie erforscht Wetterextreme mit Fokus auf Starkniederschläge, Sturm und Hagel.